September 21, 2019

#SinGP: Abkühlung in Singapur

2019 FIA Formel 1 Singapore Airlines Singapur Grand Prix – Training – Freitag
Wetter: FT1: bedeckt und feucht, 32,0-30,5°C Luft, 42,6-38,2°C Asphalt; FT2: bedeckt und feucht, 29,5-29,2°C Luft, 34,3-33,1°C Asphalt

Das heutige Training auf dem Circuit Marina Bay war eine heiße und stickige Angelegenheit – so wie immer hier in Singapur. Und nachdem alles gesagt und getan ist, und die Antriebsaggregate in der Boxengasse verstummt sind, suchen erschöpfte Fahrer und Teammitglieder Schutz vor der gnadenlos hohen Luftfeuchtigkeit.

Ein Muss im Fahrerlager, zumindest für die zwanzig verschwitzten Seelen, die der Hitze in den als Cockpits bekannten kleinen rasenden Öfen standhalten mussten, ist ein Eisbad. Vergessen Sie jetzt für einen Augenblick Bilder von erwachsenen Männern, die sich in Planschbecken tummeln, denn wie auch bei allem anderen in der Formel 1 steckt auch hierbei jede Menge Wissenschaft und eine Prise Technologie dahinter. Werfen wir einen Blick auf Kimis private aufblasbare Wanne – ein hochmodernes Produkt in Form eines Bootes. Das Fassungsvermögen liegt bei 400 Litern. Die Nutzung der Wanne gehört zu einem streng ablaufenden Routine-Prozess, der darauf abzielt, unsere Fahrer nach den Trainingsstrapazen abzukühlen Nach jeder Trainingssitzung hier in Singapur nimmt Trainer Mark einen Schlauch und füllt die Wanne mit Wasser, bevor er einen Eimer voller Eiswürfel hinzugibt. Der Mix ergibt ein „Badewasser“, dessen Temperatur zwischen sieben und zehn Grad liegt. Dann steigt der Eismann (bitte entschuldigen Sie das Wortspiel) für lange fünf Minuten in die Wanne. Die Aufenthaltsdauer im Eisbad ist genau kalkuliert, kontrolliert wird sie entsprechend nicht mittels Gummiente, sondern per Stoppuhr. Dies ist keine besonders angenehme Erfahrung, aber jeder, der bereits in Eiswasser badete, weiß: „Wenn man einmal drin ist, ist das Schlimmste geschafft!“

Ehrlich gesagt sind unsere Fahrer nicht die einzigen, die ein Auge auf die Eiswanne geworfen haben. Vor dem Hintergrund eines lästigen technischen Problems, das uns während des ersten freien Trainings in den Boxen beschäftigte, und mit der Aussicht auf einen harten Kampf im Qualifying sowie zwei Stunden Non-Stop-Action am Sonntagabend, hätten auch viele andere Mitglieder des Teams Interesse an einer kleinen Abkühlung. Mark – halte das Wasser kalt. Vielleicht sehen Sie ja einige Teammitglieder, die sich auf den Weg zum Eisplanschen machen.

Kimi Räikkönen (Startnummer 7):
Alfa Romeo Racing C38 (Chassis 06/Ferrari)
1. Training: Platz14/ 1.42,786 (13 Runden) / 2. Training: Platz 16 / 1.41,232 (28 Runden)

„Es ist schwer zu sagen, wo wir stehen, da unsere erste Sitzung ziemlich chaotisch ablief. Unsere Elektrik fiel komplett aus, was auch die Telemetrie in den Boxen betraf. In der Folge stand ich fast eine Stunde lang tatenlos in den Boxen, was mich wertvolle Zeit auf der Piste kostete. Im Verlauf des zweiten freien Trainings versuchten wir, Boden gutzumachen und uns zu steigern, aber morgen haben wir trotzdem noch eine Menge Arbeit vor uns.“

Antonio Giovinazzi (Startnummer 99):
Alfa Romeo Racing C38 (Chassis 04/Ferrari)
1. Training: Platz 13 / 1.42,677 (15 Runden) / 2. Training: Platz 14 / 1.41,128 (35 Runden)

„Es war nicht gerade der einfachste Tag, vor allem, weil wir im ersten freien Training etwas Einsatzzeit verloren. Doch letztlich haben wir es geschafft, im zweiten Training einen guten Job zu machen. Wie ich es erwartet hatte, sind die Bedingungen im Auto wirklich hart. Ich bekam die hohe Luftfeuchtigkeit zu spüren – speziell im zweiten freien Training. Die Rennstrecke ist ein ordentlicher Stadtkurs. Die Piste ist ziemlich uneben, und an manchen Stellen ist es schwer, Grip zu finden, aber das besserte sich mit Fortdauer des Trainings. Wir liegen in unmittelbarer Nähe unserer Mittelfeld-Rivalen, was mit Blick auf den Rest des Wochenendes für einen engen Kampf spricht. Es wird sehr wichtig, im Qualifying in die Top-Ten zu kommen, denn Überholmanöver sind hier eine echte Herausforderung. Falls es uns gelingt, einen der vorderen Startplätze zu holen, haben wir entsprechend gute Chancen, die Position zu halten. Am heutigen Abend müssen wir alle Daten des Autos analysieren. Dabei geht es besonders um unsere Updates. Wir müssen sicherstellen, morgen ein gutes und ausbalanciertes Auto zu haben.“