Juli 14, 2019

#SilGP: Erste Reihe, sechste Reihe

2019 FIA Formel 1 Rolex British Grand Prix – Qualifying – Samstag
Wetter: FT3: bewölkt, leichter Regen, 16,5-17,4°C Luft, 23,3-26,6°C Asphalt; Q: bewölkt, 19,1-19,2°C Luft, 31,5-29,6°C Asphalt

Große ölige Rauchschwaden erfüllten die Luft, Reifen quietschten, und der Fahrer kämpfte gegen ungewohnte Reaktionen an, die Lenkradbewegungen auslösten. Unser Samstagnachmittag in Silverstone begann definitiv auf eine herausfordernde Art und Weise. Die besten von uns waren gefordert, das zu erreichen, was wir uns als Ziel gesetzt hatten. Glücklicherweise ging es dabei – ungefähr eine Stunde vor Beginn des Qualifying – lediglich um unsere Demonstrationsfahrt der historischen Alfetta.

Das Glanzstück des Tages war eine etwas einfachere Angelegenheit. Das Qualifying verlief reibungslos: Der vor Sitzungsbeginn befürchtete Regen blieb aus. Große Überraschungen gab es nicht, und das Qualifying endete mit vorhersehbaren und entsprechend unspektakulären Ergebnissen.

Nach zwei Rennen, bei denen wir unsere Autos in die Top10 gebracht hatten, den Sprung in Q3 zu verpassen, mag ein kleiner Rückschlag sein. Ist es tatsächlich, jedoch einer mit integriertem potenziellen Silberstreif am Horizont, denn die freie Reifenwahl kann sich am Renntag als Segen erweisen (speziell, falls uns das englische Wetter in die Karten spielen sollte).

Klar, wir stehen in der Startaufstellung in der sechsten Reihe, das bedeutet aber nicht, dass wir das Feld am Sonntag letztlich nicht doch anführen. Tatsächlich werden wir vom Start weg in Führung liegen – mit Kimi Räikkönen, der bei der Fahrerparade mit exakt der Alfetta vornweg fahren wird, die die Formel 1 in den beiden ersten Meisterschaftsjahren dominierte.

Wir betrachten das gern als eine Art Pole-Position.

Frédéric Vasseur, Team Principal Alfa Romeo Racing und CEO Sauber Motorsport AG:
„Im Qualifying steckt man seine Ziele stets so hoch wie möglich, doch unter Berücksichtigung aller Umstände können wir sehr glücklich sein, unmittelbar hinter der Top 10 zu starten. Unsere Pace war sehr gut, und so hätten wir es wohl verdient, einen oder vielleicht sogar zwei Wagen in Q3 zu bringen. Aber die Abstände sind derart gering, dass man das finale Shoot-out locker wegen einer Zehntelsekunde verpassen kann. Auf jeden Fall bleiben wir positiv eingestellt: Im Training war unser Renntempo viel versprechend, weshalb wir hoffen, morgen einige Plätze gutmachen zu können. Die Wahl der Startreifen könnte morgen, wie schon bei einigen Rennen dieser Saison, der Schlüssel zu einem erfolgreichen Rennen sein. Wir sind zuversichtlich, in den Kampf um WM-Punkte eingreifen zu können.“

Kimi Räikkönen (Startnummer 7):
Alfa Romeo Racing C38 (Chassis 04/Ferrari)
3. Training: Platz 16 / 1.27,424 (15 Runden) / Q: Platz 12 / 1.26,546 (18 Runden)

„Ehrlich gesagt, war das nicht das, was wir uns erhofft hatten, aber bedauerlicherweise ging es nicht viel schneller. Insgesamt scheint es für uns ein schwieriges Wochenende zu sein. Es ist nicht einfach, alles auf die Reihe zu kriegen. Jeder fragt, ob die freie Reifenwahl ein Vorteil ist – woher soll ich das wissen? Morgen bekommen wir die Antwort.“

Antonio Giovinazzi (Startnummer 99):
Alfa Romeo Racing C38 (Chassis 02/Ferrari)
3. Training: Platz 11 / 1.27,036 (16 Runden) / Q: Platz 11 / 1.26,519 (18 Runden)

„Q3 wegen gerade einmal einer Zehntelsekunde verpasst zu haben, ist ein wenig frustrierend. Mit meiner letzten Runde in Q2 war ich bis zur letzten Kurve ziemlich zufrieden, dann unterlief mir ein kleiner Fehler: Das ist halt der Preis, den man zahlen muss, wenn die Abstände derart gering sind. Wir wollten mehr, haben aber unverändert gute Möglichkeiten, ein ordentliches Rennen zu fahren. Wir müssen das Positive ins Auge fassen. Wir können unsere Startreifen frei wählen, was meiner Meinung nach ein Vorteil sein kann. Unser Tempo auf den weichen Reifen war im Training nicht gerade großartig, weshalb ich es für die bessere Option halte, für den Start eine der beiden anderen Reifenmischungen zu nehmen. Wir sind knapp außerhalb der Top 10 – mit einem guten Start und einer guten Strategie können wir beim Kampf um die Punkte richtig mitmischen.“