März 8, 2020

Im Rampenlicht unserer Mitarbeiterinnen am Internationalen Frauentag

Am 8. März feiert Sauber Motorsport gemeinsam mit der Welt den Internationalen Frauentag. Wir teilen die Geschichte von fünf unserer Mitarbeiterinnen, die in unterschiedlichen Rollen jeden Tag zum Wachstum und Erfolg unseres Unternehmens beitragen.

Tatiana Calderón, Testfahrerin

Ich habe immer davon geträumt, die Beste zu werden, die ich sein könnte, und das höchste Niveau des Motorsports, die Formel 1, zu erreichen.“

Tatiana verfolgt den Beginn ihrer Leidenschaft für den Motorsport seit dem zarten Alter von neun Jahren, als sie nach der Schule an der Seite ihrer Schwester Paula mit dem Kartfahren begonnen hatte. Seitdem ist es ihr Traum in die Fuβstapfen ihres kolumbianischen Landsmannes Juan Pablo Montoya zu treten und Formel-1 Pilotin zu werden. Der ehemalige Williams und McLaren – Mann war ein Idol für Tatiana, aber als ihre Karriere sie 2012 nach Europa führte, war es die Rennfahrerin Susie Wolff, die die Aufmerksamkeit der jungen Frau auf sich zog. Susie war für Tatiana der lebende Beweis dafür, dass eine Karriere in der Welt des Rennsports auch für Frauen möglich ist.

Ich hätte nie gedacht, dass mein Geschlecht mir bei meinen Rennen in die Quere kommen könnte. Ich liebe was ich tue, ich bin ein extrem konkurrenzfähiger Mensch, ich will mich jeden Tag verbessern und ich will für meine Ziele und Träume kämpfen – ein Mädchen zu sein, hat damit nichts zu tun. Das ist es was ich jeden Tag tue. Ich glaube immer an mich selbst.

Mädchen und Frauen können alles erreichen, was sie sich vorgenommen haben, wenn sie es stark genug wollen – in jedem Aspekt des Lebens, nicht nur im Sport oder im Rennsport. Solange ihr alles dafür tut, geht da raus und kämpft für eure Ziele und Träume.

Marialisa Ponzeveroni, Leiterin der Abteilung Aerodynamische Leistungen

Was immer man im Leben tut, man muss es mit Leidenschaft tun.“

Marialisa stammt aus einer Familie von Ingenieuren – ihr Vater leitet in seinem Beruf als Bauingenieur ein Unternehmen, und ihr Groβvater war ebenfalls Ingenieur. Mit diesem Familienerbe fühlte sie eine Karriere in diesem Bereich fast schon als selbstverständlich – und doch führte sie die in der High School entwickelte Liebe zu Strömungsdynamik zur Aerodynamik als ihre Wahl für die Universität. Marialisa ist jedoch nicht die einzige Frau, die in ihrer Familie eine Vorreiterrolle im Motorsport spielt. Ihre Groβmutter hätte auch Ingenieurwesen studiert, wenn es einen Kurs in ihrer Heimat, Sardinien, gegeben hätte. Ihr wissenschaftlicher Geist wurde von Tapferkeit am Steuer begleitet, sie fuhr mit FIAT 500 Topolinos in den 30-er Jahren.

Als Marialisa 13 Jahre alt war, verstarb ihre Groβmutter und in ihrem Testament hinterlieβ sie ein Familienerbstück, ein Armband, dass das junge Mädchen beeindrucken sollte. Das Armband war mit zwei Goldmünzen versehen – die erste war ein Preis aus einem Autorennen, die zweite eine Schweizer Münze. Es ist fast so, als ob das Schicksal Marialisa dazu veranlasst hätte, im Motorsport für ein in der Schweiz ansässiges Team zu arbeiten…..

Meine Mutter ist eine Inspiration für mich. Sie ist eine starke und unabhängige Person, die das Leben auf eine positive Art und Weise annimmt und gerne viel lacht. Ich bewundere auch wirklich Robert Kubica, nicht nur wegen seiner Fahrkünste, sondern auch wegen seiner Stärke und Entschlossenheit, nach seinem Unfall in die Formel 1 zurückzukehren.

Ruth Buscombe – Leitende Strategie – Ingenieurin

„Den F1 – Fahrern ist es egal, ob eine Frau oder ein Eichhörnchen das Sagen hat.

Ruth schlägt eine sofort erkennbare Figur an der Boxenmauer von Alfa Romeo Racing ORLEN. Die britische Ingenieurin wurde von ihrem Vater in den Sport eingeführt und er erklärt, dass sie eine Formel-1-Ingenieurin werden wollte, seit ihr klar geworden ist, dass die keine Prinzessin sein kann!

Der Gedanke an Diademe und Kleider wurde aus ihren Gedanken verbannt. Mit zielstrebiger Klarheit verfolgte sie eine Karriere im Motorsport. Ruth absolvierte einen Abschluss in Luft – und Raumfahrttechnik an der Cambridge Universität und schloss mit einem Masterstudiengang ab, der sich auf die Rolle der Widerstandsreduzierungssysteme der F1 spezialisierte. An sich war das schon eine Herausforderung, die durch das Mädchendasein noch entmutigender wurde.

Jedes Vorbild im Motorsport war ein Mann. In der Schule versuchte mein Lehrer mich davon abzubringen, Ingenieurwesen zu studieren – nicht weil ich nicht gut darin war, sondern weil sie sich fragten, ob ich wirklich einen Männerjob machen wollte.

Ruth, die sich nach Stationen bei Ferrari und Haas zu Sauber gesellt hat, blüht in ihrer Position auf und gibt bei den Rennen die Strategie von der Boxenmauer aus vor.

„Bei Sauber kümmert es niemand, ob man ein Mann oder eine Frau ist. Uns geht es nur darum, als Team zu arbeiten und das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

Lucia Conconi, Leiterin der Abteilung Fahrzeugleistung

Ich bin das schwarze Schaf meiner Familie.“

Ich war das schwarze Schaf meiner Familie, sagt Lucia lachend und weist darauf hin, dass niemand in ihrer Familie jemals etwas mit dem Motorsport zu tun hatte. Aber jetzt wo ich in dieser Welt arbeite, zeigen sie etwas mehr Interesse an diesem Thema.

Lucia ist seit ihrer Kindheit autosüchtig geworden: Sie erinnert sich, dass sie einen Lamborghini auf der Straβe parken sah, und von den Formen des italienischen Autos fasziniert war. Die Liebe zu Superautos führte sie zum Studium der Aerodynamik und zur Entdeckung des Motorsports. Das schnelle Tempo der Formel-1-Umgebung ist das, was sie wirklich an diesem Job reizt. Die schnellen Veränderungen, die sie auf Trab halten. Während der Saison verändert sich das Auto so sehr und man entwickelt es so schnell weiter – es ist immer anders und auf eine andere Art herausfordern.

Lucia lieβ ihr Geschlecht nie ihrer Leidenschaft im Wege stehen. Sie erinnert sich an die weisen Worte eines Professors während ihres Studiums. Er sagte: Schau mal, auch Männer haben hier auf der Universität Probleme. Das öffnete mir die Augen und lieβ mich erkennen, dass ich nicht über Geschlechterfragen nachdenken sollte, sondern mich einfach darauf konzentrieren meiner Leidenschaft zu folgen. Es ist für niemanden leicht, die Hindernisse sind Teil der Reise.

Anita Audemars-Zimmerli, Personalwesen und CEO Assistentin

Als eine der bewundernswertesten Persönlichkeiten des Unternehmens wird Anita im Jahr 2020 ihr 25-jähriges Arbeitsjubiläum bei der Sauber-Gruppe feiern. Als sie anfing, waren die Reihen der Mitarbeiter in Hinwil noch viel dünner. Als sie die Stellenausschreibung als Buchhaltungsassistentin bei der Sauber-Gruppe sah, bewarb sie sich. Motorsport war nie eines ihrer Hobbys gewesen, aber im Laufe der Jahre hat sich das geändert – die Sauber-Gruppe wurde zu ihrer zweiten Heimat. Wie selbstverständlich in einem sehr kleinen Team und in dieser Zeit, musste sie mit vielen verschiedenen Aufgaben und Rollen umgehen, einschlieβlich der Teamunterstützung: lange und ungesellige Stunden, die sie mit ihren Kindern in der Teamfabrik verbringen würde.

Als Zeitnehmerin des Testteams wurde sie fast wie eine Mutter für die reisende Mannschaft und für viele der jungen Fahrer, die es bei Sauber in die Ränge geschafft haben. Namen wie Felipe Massa, Sergio Pérez und ein gewisser Kimi Räikkönnen unter anderen. In diesen Jahren hat Anita viele wichtige Verbindungen zu den führenden Namen innerhalb des Teams geknüpft und arbeitet nun eng mit dem Teamchef, Fred Vasseur, zusammen. Am liebsten erinnert sie sich jedoch an Peter Sauber, einen Mann, den sie als “den General“ bezeichnet – eine strenge, aber gutmütige und groβzügige Person, die seine Mannschaft unterstützt und gleichzeitig das Beste von ihr verlangt.