Oktober 9, 2020

Die Nebelsessions

2020 FIA Formel 1 Großer Preis der Eifel – Training – Freitag
Wetter: FT1: regnerisch und neblig, 11,1-11,3°C Luft, 12,0-12,6°C Asphalt; FT2: regnerisch und neblig, 10,5-10,1°C Luft, 13,5-12,5°C Asphalt

Viel Lärm um nichts, hätte der Dichter geschrieben, wenn er am Freitag das Training für den Großen Preis der Eifel 2020 beobachtet hätte. All die Erwartungen, die geschriebenen Worte, die auf unsere Garage gerichteten Kameras: Über den heutigen Tag mit der Rückkehr an einen historischen Formel-1-Austragungsort und neuen Gesichtern in den Cockpits war so viel gesagt und geschrieben worden, so viel dazu bestimmt, vergebens zu sein.

Am Ende des Tages wird dieser Freitag wegen seines Wetters in Erinnerung bleiben: Es war kein Sturm, aber die nebligen Bedingungen und der fast ununterbrochene Regen, der die Eifelregion seit dem Morgen heimgesucht hatte, führten dazu, dass beide freie Trainingseinheiten abgesagt wurden, sehr zum Leidwesen der Fans, die tapfer auf den Tribünen ausharrten.

Mick Schumacher, der sein Debüt an einem offiziellen Rennwochenende geben wollte, konnte die Box nicht verlassen, da die Lichter der Boxengasse rot blieben. Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi, die zuletzt 2013 bzw. 2015 auf dieser Strecke gefahren sind, müssen noch einen Tag warten, um sich wieder mit der Rennstrecke vertraut zu machen. Die Ingenieure werden keine Daten zu knacken haben, dennoch werden sie am Abend viel zu tun haben, da sie das FT3-Programm umstellen müssen, um die verlorene Zeit aufzuholen. Alle im Fahrerlager bleiben in dieser feinen Balance zwischen Erwartung und Enttäuschung.

Als der Regen am frühen Abend aufhörte und sich der Nebel auflöste, begann die Abendsonne endlich auf die nasse Oberfläche des Nürburgrings zu scheinen. Der Dichter, der von den Tribünen aus zuschaute und die Enttäuschung über die versäumten Sessions empfand, hätte bei diesem wunderbaren Anblick sicherlich bemerkt: „Es ist nicht alles Gold, was glänzt…“.

 

Kimi Räikkönen (Startnummer 7):
Alfa Romeo Racing ORLEN C39 (Chassis 05/Ferrari)
1.Training: Session abgesagt / 2.Training: Session abgesagt

„Über den heutigen Tag können wir nicht wirklich viel sagen, weil wir überhaupt nicht fahren konnten, aber das Wetter kann sowieso niemand ändern. Es wird keinen großen Unterschied machen, ob wir schon einmal hier gefahren sind oder nicht. Es gibt viele Fahrer, die in der Vergangenheit hier gefahren sind, so dass es für alle nicht sehr schwierig sein wird, auf Touren zu kommen, wenn wir endlich losfahren. Lasst uns sehen, was wir mit nur einer Stunde Training erreichen können und welches Wetter wir morgen haben.”

Antonio Giovinazzi (Startnummer 99):
Alfa Romeo Racing ORLEN C39 (Chassis 04/Ferrari)
1.Training: Nicht teilgenommen / 2.Training: Session abgesagt

„Wir hatten erwartet, hier im Oktober keine Sonne zu finden, aber beide Sessions zu verpassen, war dennoch eine Überraschung. Es war von Anfang an klar, dass ich FT1 aussetzen werde, so dass ich am Ende nur eine Session verpasst habe, aber das Team als Ganzes hat keine Daten zum Analysieren, was schade ist, vor allem auf einer Strecke, auf der wir in den letzten Jahren nicht gefahren sind. Hoffentlich können wir morgen einen besseren Tag sowie etwas besseres Wetter haben! Die Qualifikation und das Rennen könnten wegen des Mangels an Daten eine kleine Überraschung werden, also lasst uns sehen, was passiert.”


Mick Schumacher (Startnummer 37):
Alfa Romeo Racing ORLEN C39 (Chassis 04/Ferrari)
1.Training: Session abgesagt / 2.Trainig: Nicht teilgenommen

„Ich wäre sehr gerne raus gegangen und gefahren, aber es ist immer noch toll, hier zu sein. Ich bin Alfa Romeo Racing ORLEN und der Ferrari Driver Academy dankbar für die Möglichkeit, mit dem Team zusammen zu sein. Es ist sehr nützlich, an der Seite der Ingenieure zu sein, an den Briefings teilzunehmen und mit der Crew zu arbeiten: Diese Erfahrung lehrt mich viel über die Abläufe und die Philosophie eines F1-Einsatzes. Es wäre großartig gewesen, ein paar Daten für das Team zu bekommen, und es tut mir auch sehr leid für die Fans, die keine Aktion zu sehen bekamen, aber so ist es letztendlich gelaufen. Wir können nur hoffen, dass es für den Rest des Wochenendes noch ein bisschen mehr Racing zu sehen gibt.”